In der Dermatologie existiert ein Begriff, der als „Lanolin-Paradoxon“ bezeichnet wird. Dieser Begriff tauchte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der wissenschaftlichen Literatur auf und stellt bis heute ein interessantes Beispiel für die Komplexität der in der Haut ablaufenden Reaktionen dar.

Das Paradoxon besteht darin, dass Lanolin, wenn es auf gesunde, unverletzte Haut aufgetragen wird, sehr selten unerwünschte Reaktionen hervorruft. Gleichzeitig wurde ein Teil der Überempfindlichkeitsfälle bei Personen beobachtet, bei denen lanolinhaltige Präparate auf entzündete Haut oder bei einer erheblichen Schädigung der Hautbarriere angewendet wurden.

Dies betraf vor allem Patienten mit chronischen Hautveränderungen, Geschwüren, schweren Formen von Ekzemen und aktiven atopischen Veränderungen.

Dieses Phänomen erinnert an das zuvor in der Dermatologie beschriebene „Paraben-Paradoxon“, demzufolge bestimmte Substanzen von gesunder Haut gut vertragen werden können, während sie bei einer erheblichen Schädigung der Schutzbarriere der Epidermis ein erhöhtes allergenes Potenzial aufweisen.

Das Lanolin-Paradoxon bedeutet also nicht, dass Lanolin ein starkes Allergen ist. Im Gegenteil – es unterstreicht die Bedeutung des Hautzustands sowie der Qualität des verwendeten Rohstoffs für die Sicherheit seiner Anwendung.

10.Das Lanolin-Paradoxon

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